Wir feiern 250 Jahre Evangelische Jugendhilfe in Iserlohn und Hagen – feiern Sie mit!

250 Jahre

Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen – gemeinsam. menschlich. engagiert.

Seit einem Vierteljahrtausend steht die Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen für Begleitung, Fürsorge und Hoffnung. Was im Jahr 1776 mit einer kleinen diakonischen Initiative begann, ist heute eine moderne Einrichtung mit einem klaren Ziel: Kinder, Jugendliche und Familien auf ihrem Weg zu stärken, ihnen Chancen zu eröffnen und Perspektiven zu geben.

250 Jahre Engagement – das bedeutet 250 Jahre gelebte Nächstenliebe, Wandel und Weiterentwicklung im Dienst am Menschen. Dieses besondere Jubiläum ist für uns nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch eine Einladung zum Innehalten und Danken: für all die Menschen, die in diesen Jahrhunderten mit Herz, Mut und Verantwortung dazu beigetragen haben, dass Hilfe und Gemeinschaft lebendig bleiben.

Wir blicken zurück auf unsere Geschichte, ehren unsere Wurzeln – und schauen gleichzeitig nach vorn: in eine Zukunft, in der Kinder und Jugendliche weiterhin im Mittelpunkt stehen.

250 Jahre Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen – ein Jubiläum voller Herz, Geschichte und Hoffnung.

Hand in Hand - Unser Jubiläumssong

von Evangelische Jugendhilfe Iserlohn - Hagen

Über den Song

Anlässlich unseres 250-jährigen Jubiläums entstand die Idee, einen eigenen Song zu kreieren. Die Botschaft war schnell gefunden: „Hand in Hand“. Gemeinsam mit Kindern und Mitarbeitenden der Jugendhilfe Iserlohn/Hagen wurde das Lied entwickelt und nach seiner Fertigstellung professionell im Tonstudio aufgenommen. Für die meisten Sänger:innen und Musiker:innen war dies eine ganz neue und besondere Erfahrung. Mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden und hoffen, dass der Song vielen Menschen Freude bereitet.

Sänger:innen:
Joline, Ria, Lara, Lea Stockmann, Maren Kannenberg, Florian Otting und Ralf Bouerdieck-Thiem

Instrumente:
Trompete: Annette Schmorenz-Gramer
Waldhorn: Lena Johansmeier
Saxophon: Kay Schipp

Text: Ralf Bouerdieck-Thiem
Musik: Jan Primke

Unser herzlicher Dank gilt dem Tonstudio Jan Primke.

Grußworte anlässlich des 250-jährigen Jubiläums
der Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen gGmbH

Es ist mir eine Freude, der Evangelischen Jugendhilfe Iserlohn-Hagen zum 250-jährigen Jubiläum zu gratulieren. Von Kitas über Jugendhilfe an Schulen und Wohngruppen bis hin zu Verselbstständigungsangeboten: Die Tätigkeitsbereiche sind vielfältig und decken ein breites Angebotsspektrum ab, das genau auf die Bedarfe von Kindern, Jugendlichen und Familien in der Region zugeschnitten ist. In Hagen ist das Kinderdorf Weißenstein ein wichtiger Standort für diverse Bereiche, ebenso werden in der Stadt beispielsweise eine Beratungsstelle für Jugendliche im Übergang Schule – Beruf und eine offene und mobile Kinder- und Jugendarbeit betrieben. Für diesen verlässlichen Einsatz zum Wohl junger Menschen danke ich Ihnen sehr.

Hagen, im November 2025


Dennis Rehbein
Oberbürgermeister der Stadt Hagen

Zum 250-jährigen Bestehen der Evangelischen Jugendhilfe Iserlohn-Hagen gratuliere ich herzlich. Seit Generationen begleitet und stärkt sie Kinder, Jugendliche und Familien, die Unterstützung brauchen. Sie schafft Orientierung, eröffnet Chancen und prägt damit ganz entscheidend das soziale Miteinander in unserer Region.

Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden, die mit großem Engagement und viel Herz diese wichtige Arbeit tragen. Ich wünsche der Einrichtung weiterhin Kraft, Erfolg und die Zuversicht, noch viele Menschen nachhaltig fördern zu können.

Ihr

Michael Joithe
Bürgermeister der Stadt Iserlohn

Unsere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2026

  • Donnerstag 26. Februar

    17:00 – 19:00 Jugendhilfe im Dialog Teil 1 von 3 - Was brauchen Kinder, Jugendliche und Familien in Iserlohn für ein gelingendes Aufwachsen?
    Saal Pastorenweg

    Den ersten Termin am Donnerstag, den 26. Februar stellen wir ganz unter die Fragestellung „Was brauchen Kinder, Jugendliche und Familien in Iserlohn für ein gelingendes Aufwachsen?“, die wir mit Akteuren aus der Kinder- und Jugendarbeit Iserlohns in einer Podiumsdiskussion bearbeiten möchten.
    Dieses Format soll Raum für Austausch, Diskussion und neue Ideen – auch in Bezug auf die aktuelle Situation in Iserlohn sowie gesamtgesellschaftliche Entwicklungen – bieten.

  • Donnerstag 19. März

    9:00 – 17:00 1-tägige Fachtagung zum Thema: Jugendhilfe (re)loaded Tradition trifft Innovation
    University of Europe for Applied Sciences

    Am 19. März 2026 treffen bei „Tradition trifft Innovation“ bewährte Werte auf neue Wege. Wir beleuchten, was wir aus der Vergangenheit lernen können und wie pädagogische Haltung und fachliche Kompetenz zu zeitgemäßen Antworten führen.

  • Freitag 17. April

    18:00 – 22:00 Mitarbeitenden-Fest
  • Samstag 9. Mai

    11:00 – 17:00 Fußballturnier Ehemaligen-Treffen
  • Donnerstag 25. Juni

    17:00 – 19:00 Jugendhilfe im Dialog Teil 2 von 3 - Dialog im Nadelöhr - Jugend trifft Museum
    Nadelmusem Barendorf

    Jugendliche setzen sich in Kooperation mit dem Nadelmuseum der Stadt Iserlohn mit den Themen Kinderarbeit, Industrialisierung und Stadtgeschichte auseinander – frei nach dem Motto: Geschichte erleben, Zukunft gestalten. Zielgruppenorientiert setzt diese Veranstaltung auf zentrale Begrifflichkeiten der Jugendhilfe wie Neugier, Interaktion, Partizipation, Reflexion und stellt eine aktive Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Vordergrund.

  • Freitag 7. August

    10:00 – 18:00 Fest für Kinder und Jugendliche / Sommerfest Weißenstein inkl. Sternenlauf
  • Donnerstag 17. September

    9:00 – 17:00 1-tägige Fachtagung zum Thema: Jugendhilfe (re)loaded Innovation trifft Vision
    University of Europe for Applied Sciences

    Am 17. September 2026 heißt es dann „Innovation trifft Vision“ – der Blick geht nach vorn: Welche Impulse, Entwicklungen und kreativen Konzepte braucht es, damit Jugendhilfe auch in Zukunft wirksam bleibt und die Lebenswelten junger Menschen aktiv mitgestaltet? Zwei Fachtagungen, ein gemeinsames Ziel: Jugendhilfe weiterdenken, mit Respekt vor der Geschichte und Offenheit für die Zukunft.

  • Mittwoch 14. Oktober

    17:00 – 19:00 Jugendhilfe im Dialog Teil 3 von 3 - 250 Jahre evangelische Waisenhauserziehung in Iserlohn - ein Gang durch die Epochen
    VHS Iserlohn & Waisenhaus

    Diese über die VHS Iserlohn abgebildete Veranstaltung verspricht besondere Einblicke in die Historie der Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen. In einem Streifzug durch 250 Jahre Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen entdecken wir gemeinsam, welche historischen Entwicklungen evangelische Waisenhauserziehung genommen hat.
    Prof. Dr. Holger Wendelin, Erziehungswissenschaftler an der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe und Verfasser der jubiläumsbegleitenden Chronik wird zusammen mit Brigitte Zywitz, Theologin, Pfarrerin i.R. und Leiterin des Burgarchivs durch diesen Abend führen, der in der VHS Iserlohn beginnt und auch in das originäre Waisenhaus führt, das heute als OGS genutzt wird.

  • Freitag 27. November

    11:00 – 12:00 Abschlussgottesdienst

250 Jahre Jugendhilfe Iserlohn- Hagen

Eine Reise durch die Epochen

1776 bis 1871
Vorgeschichte & Gründungszeit

Nachricht vom Anfange & Fortgange

Progressive Entwicklung: Das Waisenhaus wurde 1776 von Theophilus Jacobus Griesenbeck gegründet. Es kehrte von den gängigen Vorstellungen ab, Waisen in erster Linie für die Industrie auszubilden. Stattdessen verfolgte es einen stärker pädagogischen und religiös geprägten Ansatz.

Besonders unter dem Einfluss der Stiftung Overhoff und der Hauseltern Kriegeskotten erlebte das Waisenhaus einen sozialen Wandel und wirtschaftlichen Aufschwung – deutlich früher als viele vergleichbare Einrichtungen in dieser Hochphase der Industrialisierung.

1871 - 1918
Kaiserreich bis 1. Weltkrieg

Nach außen und innen – offen und zugänglich

Zwischen 1871 und 1918 wandelten sich Heimerziehung und Fürsorgeerziehung tiefgreifend: mehr staatliche Verantwortung, aber auch stärkere Kontrolle und Repression.

Das evangelische Waisenhaus Iserlohn blieb weitgehend außen vor, bot Bildung, Zukunftsaussichten und ein integriertes, gewaltarmes Umfeld. Es widerstand der Fürsorgeerziehung, blieb überschaubar und galt als bessere Alternative zum Armenhaus.

1919 - 1945
Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Auf kleiner Flamme brennen

Das Waisenhaus Iserlohn geriet in der Weimarer Republik durch Belegungseinbrüche, Inflation und strukturelle Krisen in schwere Bedrängnis, konnte jedoch dank Verkleinerung, Fremdnutzung und Gemeindestütze überleben.

Unter dem Nationalsozialismus blieb es klein, innerkirchliche Konflikte belasteten zusätzlich. Dennoch blieb das Haus von den schlimmsten Verbrechen, wie Selektion oder Euthanasie verschont, auch Kriegsfolgen blieben gering. Insgesamt kam das Waisenhaus im Vergleich zu vielen anderen Einrichtungen glimpflich durch diese Zeit.

1945 - 1970
Nachkriegszeit

Aufbruch, Restauration und Revolte

In den 1950er/60er Jahren zeigte sich das Waisenhaus Iserlohn restaurativ: Rückkehr zu alten Strukturen, Hauselternprinzip und Kooperation mit Nazareth.

Gewalt blieb im gesellschaftlich üblichen Rahmen dieser Zeit, schwere Missstände wie in anderen Heimen gab es nicht. Dennoch konnten emotionale Vernachlässigung und seelische/ körperliche Verletzungen folgen. Proteste blieben milde, verdeutlichten aber den Übergang von autoritärer, bevormundender Erziehung hin zu partizipativeren und demokratischen Ansätzen.

1970 bis heute
Heimreform und SGB VIII

vom „kleinen Kosmos Pastorenweg“ hin zum Komplexträger

Seit den 1970er-Jahren blieb das Kinderheim in Iserlohn zunächst reformunwillig. Erst ab 1989, initiiert durch personelle Veränderungen in der Leitung und strukturellen Veränderungen hin zu einer Stiftung, kam es zu notwendigen Veränderungen. In Verbindung mit neuen, modernen pädagogischen Konzepten wurden die verschiedenen Wohngruppen inhaltlich differenziert. Der sukzessive Auszug jener in kleine, „normale“, reguläre Wohneinheiten in der Region begann. Im Rahmen der Einführung des KJHG zum 1.1.1991 galt es, andere Formen der stationären Erziehungshilfe zu entwickeln und umzusetzen. Ein erneuter „Stillstand“ zwischen 1996 und 2002 weitete sich zu einer wirtschaftlichen Existenzkrise aus, trotz Änderung der Rechtsform in eine gGmbH. Richtungsweisend war im Jahre 2003 der Wechsel von verbandlichen Strukturen der verfassten Kirche hin zur Diakonie Mark-Ruhr (DMR). Im Jahre 2012 wurde, bedingt durch die Fusion der DMR mit der Diakonie Hagen/Ennepe-Ruhr der Hagener Bereich der Jugendhilfe integriert und der Name angepasst. 2020 erfolgte die Verschmelzung mit der ehemaligen Waisenheimat Witten. Nicht nur dadurch wuchs die Evangelische Jugendhilfe sowohl in ihren Mitarbeitenden-Zahlen, als auch in der Vielfalt ihrer Handlungsfelder. Vom Waisenhaus zu einem modernen Träger der Jugendhilfe – ein Spiegelbild der Jugendhilfeentwicklung in der BRD.